ÖKOLOGIE

Klima im Wandel

Das Klima der Erde befindet sich in permanentem Wandel. Nach langen Phasen mit extremen klimatischen Bedingungen hat sich erst nach und nach jenes gemäßigte Klima eingestellt, das wir heute kennen. Doch im 20. Jahrhundert hat ein Temperaturanstieg eingesetzt. Klimaforscher führen ihn auf den Treibhauseffekt zurück: Während kurzwellige Sonnenstrahlung ungehindert durch die Atmosphäre auf die Erdoberfläche gelangt, findet reflektierte, längerwellige Wärmestrahlung nicht wieder hinaus. Die steigende Konzentration von Treibhausgasen wie Kohlendioxid, Lachgas oder Methan fällt nicht zufällig mit der Phase zusammen, in der die Menschheit die Industrialisierung mit fossilen Energieträgern wie Kohle und Erdöl befeuert hat. Klimaforscher haben mittlerweile belegt, dass der Mensch das Klima aus dem Gleichgewicht bringt.

Mensch, Tier und Umwelt

Sämtliche Großbauwerke nehmen mit ihrem Bau und Betrieb Einfluss auf unsere Umwelt. Um diesen so gering wie möglich zu halten, ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für den Erhalt der Baugenehmigung notwendig. Hierbei werden Umweltauswirkungen durch das Bauvorhaben ganzheitlich und umfassend betrachtet und zur Abwägung und Entscheidung des Vorhabens und der Baugenehmigung miteinbezogen. Somit soll sichergestellt werden, dass der Eingriff auf Flora und Fauna so gering wie möglich ist.  Beispielsweise ist bei jedem Windkraftprojekt eine einjährige ornithologische Untersuchung zum Schutz der Vögel notwendig.
Ein in diesem Zusammenhang oft aufkommendes Thema ist Infraschall. Als Infraschall werden Schallwellen bezeichnet, die so tief sind, dass sie vom menschlichen Ohr nicht mehr gehört werden können. Diese Luftdruckschwankungen werden dann als Pulsationen und Vibrationen mit einem zusätzlichen Druckgefühl auf den Ohren wahrgenommen.
Windkraftanlagen erzeugen in Abhängigkeit von Windstärke und Windrichtung Geräuschemissionen, die auch Schall im Infraschallbereich beinhalten. Dafür verantwortlich sind besonders die am Ende der Rotorblätter entstehenden Wirbelablösungen sowie weitere Verwirbelungen, die durch Kanten, Spalten und Verstrebungen entstehen. Vergrößerte Nabenhöhen tragen bei modernen Windrädern dazu bei, dass diese weniger Infraschall emittieren als Anlagen der ersten Generationen.
Alle derzeit vorliegenden Infraschallmessungen zeigen übereinstimmend, dass der Infraschall von WEA selbst im Nahbereich der Anlagen (100-250 m Entfernung) deutlich unterhalb der menschlichen Hörschwelle und damit auch deutlich unterhalb einer denkbaren Wirkschwelle liegt.

Ebenfalls bei der UVP zu untersuchen ist der Schattenwurf. Der Schattenwurf von Windenergieanlagen tritt für viele Menschen unangenehm in Erscheinung, da der Schatten des bewegten Rotors im Gegensatz zu unbewegten Gegenständen periodische Helligkeitsschwankungen am Immissionsort hervorruft. Der Schatten einer stehenden Windenergieanlage ist hingegen nicht anders zu bewerten als der Schatten eines normalen Gebäudes. Das Auftreten des Schattenwurfes hängt von der Lage und Größe der Anlage, der Lage des Immissionspunktes und vom Wetter ab.
Nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz darf der Schattenwurf von Windenergieanlagen nicht länger als 30 Stunden pro Jahr (theoretisch, das entspricht etwa 8 Stunden / Jahr tatsächlich) und 30 Minuten am Tag auf ein Wohnhaus wirken. Bei Überschreitung dieser Dauer müssen die Windenergieanlagen abgeschaltet werden, solange ihr Schatten auf den Immissionspunkt fällt.

 

Die Untersuchung und Abhandlung aller Themen bei einer UVP nimmt zwischen 6 und 12 Monaten in Anspruch. Sollte das Projekt einen vertretbaren Einfluss auf Mensch, Tier und Umwelt haben bzw. sind die Auswirkungen durch Ausgleichsmaßnahmen aufzuwiegen, wird eine Baugenehmigung ausgestellt. Hierdurch ist man der Realisierung eines Windparks einen großen Schritt näher gekommen.

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